Ev.-luth. Trinitatis Kirchengemeinde Braunlage
Ev.-luth. Trinitatis Kirchengemeinde Braunlage
Die erste Kirche von 1602

Sie stand östlich gegenüber dem Pfarrhaus und wurde 1657 erweitert. Teile des Inventars sind im Heimatmuseum zu besichtigen, u.a. die Altartafel von 1613. Erster Pfarrer in Braunlage war Magister L. Holdefreund, 1636.

Aus der Chronik: Sie ist "anfangs gar klein gewesen. Bei des Herrn Pastoris Magister Holdenfreundes Lebzeiten ... wegen dessen starker Aussprache und Vermehrung der Unterthanen ist das Gebäude durchbrochen und erweitert. Das Geläute hat nur in einer kleinen metallenen und einer eisernen Glocke bestanden."

Kelch und Patene (Hostienteller)
1692/93 sind bis heute im Gebrauch. Am Fuß finden sich die Wappen der Stifter Oberfaktor J. F. Walther, Vorbild für das heutige Braunlager Stadtwappen.
Die zweite Kirche von 1714

Sie stand am Platz der jetzigen Kirche und wurde am 1. Advent 1714 durch Ludwig Rudolf, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, eingeweiht.
Es gab eine Orgel mit 16 Registern.
Die Glocken wurden aus der ersten Kirche in einen Dachreiter übernommen, der aber schon bei der Einweihung so stark schwankte, dass man die Glocken wieder in den Turm der altem Kirche hängte.
1881 war sie baufällig und wurde 1886 abgerissen.

Ein Taufstein (1884) steht heute in der Kirche neben den Kerzen. Weiteres Inventar wurde in der Friedhofskapelle wiederverwendet, die 1911 gebaut wurde.
Die dritte Kirche von 1889

Sie wurde unter Leitung des Herzoglichen Regierungsbaumeisters H. Gebhard in Fachwerkbauweise errichtet. Große Teile des Inventars wurden gestiftet, z. B. die bunten Fenster, der Altaraufsatz mit Kruzifix, der hölzerne Taufstein, die Kanzel.
  • Der Kronleuchter wurde 1895 nach einem Entwurf des Baumeisters H. Gebhard von Kunstschlosser Döpping aus Blankenburg angefertigt und aus Spenden bezahlt.
  • Drei Glocken (1697 und 1847) wurden aus der 2. Kirche übernommen. 1917/18 mussten die beiden größeren für Rüstungszwecke abgegeben werden. 1920 wurden drei neue Glocken aus Spendenmitteln angeschafft. Die noch vorhandene wurde dabei eingeschmolzen. Aufschrift der größten Glocke: "Dem großen Kriege fiel zu Beute der alten Glocken schön Geläute."
    Die kleinste "Gott segne Braunlage" läutet bis heute, auch für die 3 x drei Glockenschläge, die 7.00, 12.00, 18.00 Uhr zum Gebet rufen.
    1942 wurden wiederum die beiden größeren Glocken beschlagnahmt.
    1951 bekam die Gemeinde leihweise zwei Patenglocken aus Schwolow/Stolp und Falkenberg/Naugard in Hinterpommern. Die eine Patenglocke "Alles was Odem hat, lobe den Herrn" hängt bis heute im Turm. Die andere aus Falkenberg hat einen Ehrenplatz am Altarraum erhalten, denn 1982 wurde sie durch eine neue ersetzt. Aufschrift: "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden"
  • Die Kirchturmuhr (1925) wurde hergestellt von Firma Weule, Bockenem. Sie hat ein mechanisches Werk und muss jede Woche aufgezogen werden.Aus der Chronik: Firma Weule antwortet auf die Frage, ob die Uhr für das raue Harzklima geeignet ist: " Wir haben schon Turmuhren nach Sibirien geliefert, die immer noch zufriedenstellend arbeiten."
  • Taufschale und Taufkanne wurden im Krieg eingezogen. Nach dem Krieg wurde aus dem Messing amerikanischer Geschoßkartuschen und einigem Silber, das Braunlager stifteten, eine neue Taufschale und Kanne hergestellt.
    Die Übersetzung der lateinischen Inschrift: Metall, zum Töten bestimmt, dient nun zur Aufnahme in die Gemeinschaft mit Christus, der uns zum Frieden verhelfen will.
  • Die Orgel 1889 von der Firma R. Knauf in Bleicherode mit 20 Registern gebaut.
    1917 beschlagnahmte der Staat 35 klingende Prospektpfeifen.
    1935 konnten sie ersetzt werden. Im 2. Weltkrieg mussten zum Glück keine Orgelpfeifen abgegeben werden.
    1968 erfolgte ein größerer Umbau durch den Braunschweiger Orgelbaumeister Friedrich Weißenborn.
    Die Orgel hat nun 23 Register (Klangfarben) mit insgesamt etwa 850 Pfeifen.
  • Südlich an der Kirche steht eine Luthereiche, die 1917 zur Erinnerung an den Thesenanschlag von 1517 gepflanzt wurde.
    Rechts neben dem Haupteingang der Kirche steht eine Friedenseiche, gepflanzt 1870-1871.